Die Deutschen sind so reich wie nie zuvor. Sie besitzen inzwischen über sechs Billionen Euro. Aus meiner Sicht ein sehr gutes Ergebnis. Zeigt es doch, dass die Deutschen alles andere als verantwortungslos handeln. Sie sparen ihr Geld, statt es für den Konsum auszugeben. Das kommt sogar der Umwelt zugute. Produkte, die nicht nachgefragt werden, müssen auch nicht produziert werden. Die Freude über diese Situation ist allerdings ist nicht von langer Dauer.
Kaum das diese neuen Zahlen alljährlich veröffentlicht wurden, müssen sich die Deutschen von den selbsternannten Geld-Experten beschimpfen lassen. Sie werfen ihnen vor, falsch zu sparen. Geld auf Sparkonten, so ihre Argumentation, macht Sparer ärmer. Zum einen aufgrund fehlender Zinserträge. Zum anderen durch die Inflation. Das stimmt. Doch wer glaubt, hier seien Samariter unterwegs, die durch ihre Kritik die Deutschen auf den Pfad der monetären Tugend zurückführen wollen, irrt. Wer das Verhalten der deutschen Sparer kritisiert, hat nur seine eigenen Vorteile vor Augen.
Die Finanz-Industrie lebt in erster Linie von Kosten, Gebühren und Provisionen. Diese können sie nicht kassieren, wenn die Deutschen ihr Geld nur auf Sparkonten horten. Deshalb kritisieren die Experten das Verhalten der Sparer. Durch diese Kritik, die in allen Medien zu finden ist, sollen die Sparer dazu gebracht werden, ihr Geld in undurchsichtige Verträge zu investieren, die am Ende nur die Anbieter und deren Gefolgsleute reich machen. Verlierer ist der Sparer, der durch Gebühren, Kosten und Provisionen ein Großteil seines Geldes verliert.
Wer heute sein Geld für sich und nur für sich arbeiten lassen will, braucht keinen Berater. Das Internet macht es möglich. Hier kann jeder sich direkt am Deutschen Aktienindex (DAX) in Form eines Indexfonds beteiligen oder direkt in einzelne Aktien investieren. Die Kosten sind gering. Nicht zuletzt, weil Käufer und Verkäufer mehr oder weniger direkt kommunizieren, und zwar über die Börse. Dafür braucht es heute weder einen Makler noch eine Bank und schon gar nicht eine Versicherungsgesellschaft. Wer direkt investiert, verdient am meisten.
Nehmen wir an, Sie erwarben vor zehn Jahren (Juli 2008) eine Henkel-Aktie. Dafür zahlten Sie 25,49 Euro. Als Aktionär bekommen Sie zehn Jahre später für diese Aktie eine Dividende von 1,85 Euro. Das entspricht einer Dividendenrendite von 1,93 Prozent. Doch diese Berechnung ist für Sie „falsch“. Die prozentuale Dividendenrendite eines Jahres bezieht sich immer auf den Schlusskurs am 30.12. desselben Jahres. 2018 lag dieser bei 95,96 Euro. Daraus ergibt sich die Rendite von 1,93 Prozent. Sie aber haben für die Aktie „nur“ 25,49 Euro gezahlt. Dennoch bekommen Sie eine Dividende von 1,85 Euro für Ihre Aktie. Dividendenzahlungen haben nichts mit den Kursen zu tun. Bezogen auf Ihren Einkaufspreis liegt die Dividendenrendite bei 7,25 Prozent. Das bedeutet, dass Sie allein durch die Dividendenzahlungen die Investition in die Aktie nach rund 14 Jahren zurückbekommen haben (14 x 1,85 Euro = 25,90 Euro). Danach sind Sie nur noch im Verdienstmodus. Sie bekommen weiterhin die Dividende und profitieren von Kursgewinnen. So liegt der aktuelle Kurs der Aktie heute bei rund 90 Euro.
So geht „Geld verdienen“, und zwar ohne Dritte. Das Einzige was Sie jetzt tun müssen ist, ins Handeln zu kommen. Je eher, desto größer Ihre Rendite.
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