Amazon wird insolvent gehen

Diese Einschätzung kommt von keinem geringeren als vom Amazon-Gründer, Jeff Bezos, selbst. Darauf legte er sich schon vor über sieben Jahren fest. Damals trat er in einer CBS-Show auf, dem größten Fernseh- und Hörfunknetzwerk der USA. Bezos ist davon überzeugt, dass Firmen nur eine kurze Lebensdauer haben. Aus seiner Sicht bliebe Amazon dieses Schicksal nicht erspart. Der Wunsch des Gründers ist, diesen Niedergang dann nicht mehr miterleben zu müssen.

Wobei „kurze Lebensdauer“ relativ ist. Im Hinblick auf die Insolvenzen in Deutschland (Max Bahr, Praktiker, Quelle, Neckermann, Schlecker, Grundig, Loewe, Nordmende, etc.) sind 100 Jahre im Verhältnis zur Menschheitsgeschichte schon „kurz“.

Wer weiß, vielleicht muss ich mich schon bald von einem weiteren Unternehmen verabschieden, das Teil meiner Kindheit war. Tupperware. Das 1946 von Earl Tupper gegründete Vertriebsunternehmen schrieb Erfolgsgeschichte. Kaum ein Haushalt, bei dem es keine Tupperparty gegeben hat. Seit Jahren schon befindet sich die Aktie von Tupperware im freien Fall. Es ist nicht nur der boomende Onlinehandel, der dieser Traditionsfirma aus dem sonnigen Florida zusetzt. Im Zeitalter von „no plastic“ dürfte auch das eine Rolle für die Kaufzurückhaltung der Kunden sein. Doch bekanntlich stirbt die Hoffnung zuletzt.

Einmal mehr zeigt sich, wie unruhig die Zeiten geworden sind. Nichts ist älter als der Erfolg von gestern. Niemand kann sich heute noch auf seine Lorbeeren ausruhen. Wer sein Unternehmen auf Erfolgskurs halten will, muss viel mehr wagen. Gestalten statt verwalten, das wird heute vom Management verlangt.

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