Das Coronavirus ist gnadenlos. Immer mehr Länder und Menschen sind betroffen. Viele sterben. Genauso gnadenlos geht es an der Grenze zwischen der Türkei und der EU zu. Tausende von Menschen sind entschlossen, diese zu überwinden, um endlich in Europa ein neues Leben anfangen zu können. Mit Tränengas und Schlagstöcken werden sie von den Grenzschützern zurückgedrängt.
Auf einer Strategiekonferenz der Linkspartei in Kassel am Wochenende erklärte eine Genossin (ernsthaft): „Energiewende ist auch nötig nach der Revolution. Und auch wenn wir das eine Prozent der Reichen erschossen haben, ist es immer noch so, dass wir heizen wollen, wir wollen uns fortbewegen. Naja, ist so!“ Nach dem Redebeitrag sah sich Parteichef Bernd Riexinger genötigt, seinen Senf dazuzugeben: „Ich wollt noch sagen, wir erschießen sie nicht, wir setzen sie schon für nützliche Arbeit ein.“ Darauf Beifall und Heiterkeit im Publikum. Nützliche Arbeit? Im Gulag oder wo? Aus der Geschichte eben nichts gelernt.
Man sollte meine, dass es genug Arbeit für die Europäische Union gibt. Doch hat die Präsidentin, Dr. Ursula von der Leyen, nichts besseres zu tun, als mit der Schülerin Greta aus Schweden im hohen Brüsseler Haus über das Klima zu diskutieren. Worüber will sich eine promovierte Ärztin mit einer Schülerin, die zudem mit eigenen Problemen kämpft, unterhalten? Das wir noch schneller die Kohlekraftwerke abschalten, so wie einst die Atomkraftwerke. Deutschland hat sie abgeschaltet, alle anderen Länder um uns herum nicht. Dann hat Frau Merkel auf EU-Ebene einer weiteren Verschärfung der CO2-Grenzwerte bis 2025 zugestimmt, was bar jeder Vernunft und Realität ist. Gleichzeitig fördert die Regierung E-Autos, die ihren Strom aus Kohlekraftwerke beziehen. Geht es noch ein Spur grotesker? Aber Hauptsache Greta ist in aller Munde. Erkennt eigentlich niemand, wie Deutschland gerade dabei ist, seine Industrie zu stören, um ideologisch verblendenten Weltverbesserern zu gefallen?
Es ist unfassbar, mit welcher Arroganz und Selbstgefälligkeit Politik betrieben wird. Nicht, dass es in Sachen Klima nichts zu besprechen gäbe, doch wenn es in Europa an allen Ecken und Kanten brennt, dann brauchen wir kein Gelabber über unsere Zukunft in 30 Jahren, sondern eine Task-Force, um die drängendsten Probleme zu lösen. Breitet sich das Virus weiterhin aus, weil es keinen wirksamen Schutz gibt, sterben die Menschen wie die Fliegen. Was wiederum gut fürs Klima wäre. Zynismus ist hier nicht angebracht, genauso wenig wie das unfassbar dekadente Verhalten der Politik. Es zeigt einmal mehr:
Wer sich auf andere verlässt, ist verlassen.
Seien Sie egoistisch und kümmern Sie sich darum, dass es Ihnen gut geht. Von anderen können Sie nichts mehr erwarten.
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