Baufinanzierung: Pleitegeier statt Bundesadler

Immer  wieder werde ich gefragt, welches die beste Eigenheimfinanzierung ist. Meine Antwort ist seit mehr als 35 Jahren dieselbe: Bargeld. Alles andere macht Sie abhängig. Ich kann nicht verstehen, dass sich Menschen für ihren Traum vom Eigenheim bis über die Hutschnur verschulden. Nichts ist für die Seele schlimmer, als von Gläubigern in die Geldzange genommen zu werden. Das passiert, sobald die Raten nicht mehr gezahlt werden können.

Banken sind gnadenlos. Geraten sie in die Bredouille, landet bei ihnen der Bundesadler. In seinen Krallen ein riesiger Sack voller Geldscheine der Steuerzahler. Erleben Bankkunden selbiges, weil unvorhergesehene Probleme in ihr Leben getreten sind, schickt die Bank den Pleitegeier.

Banken haben in der „Honeymoon-Wir kaufen uns ein Eigenheim“-Phase leichtes Spiel mit ratsuchenden Laien, die zudem ihre rosarote Immobilie nicht absetzen. Diese „verblendeten“ Hauskäufer glauben, ein Haus macht glücklich und deshalb schauen sie selten bis gar nicht auf die damit verbundenen Folgen.

Weder Geld noch ein Haus machen glücklich.

Glücklich machen nicht die vier Wände aus Ziegelsteinen und einem roten Dach. Das Glück kommt aus den dazwischenliegenden Räumen. Darin findet das Leben statt. Hier sitzt die Familie zusammen und genießt ihr Leben und eben nicht die weiße Betonwand. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Nach zwei Jahren ist die Honeymoon-Immobilienphase vorbei. Dann gilt der Blick nur noch den „verdammten monatlichen Kreditraten“. Studien belegen, dass Geldprobleme in der Ehe ein Hauptgrund für Scheidungen sind.

Nach Angaben des Baufinanzierungsvermittlers Dr. Klein hat sich die Zahl der Kreditnehmer, die ihr Haus sozusagen bist Unterkante Schornsteinkappe finanziert haben von 17 % (2017) auf rund 40 Prozent aller Darlehen erhöht. Was für ein Wahnsinn! Fälschlicherweise gehen diese Kreditnehmer davon aus, dass ein Crash zwangsläufig in eine Inflation enden wird und sie so mit ihrer (kreditfinanzierten) Immobilie auf der „sicheren“ Seite stehen.

Mit Sicherheit nicht!

Sicher sind Sachwerte nur, wenn diese frei von Schulden sind oder aber die Bonität ausreicht, die eingegangenen Verpflichtungen jederzeit bedienen zu können.

Das größte Sorge der Europäischen Zentralbank ist nicht die Inflation, sondern eine Deflation. Dann sinken die Preise auf breiter Flur. Sinkende Preise findet jeder gut, aber nur solange, wie er seinen Job behält. Sinken die Preise mit jedem Tag, kauft keiner mehr. Potentielle Käufer wissen, dass sie Morgen noch günstiger einkaufen können. Übermorgen auch. Nächste Woche mit Sicherheit auch. Je länger die Preise fallen, desto weniger wird gekauft. Man wartet ab.  Wenn Millionen Menschen so denken und handeln, hat das dramatische Folgen für die Wirtschaft. Arbeitgeber müssen Jobs kündigen, so wie jetzt aktuell in der Coronakrise. Hier zeigt sich, wie dünn die Kapitaldecke vieler Unternehmer ist. Bei einer Deflation aber werden hunderttausende von Unternehmen pleitegehen. Millionen verlieren ihre Arbeit. Sie können ihre Miete und die Nebenkosten nicht mehr bezahlen. Das wird sich auf die Liquidität des Vermieters auswirken. Er und auch die Eigenheimbesitzer müssen die vereinbarten Kreditraten weiterzahlen. Können sie es nicht, weil sie deutlich weniger verdienen als seinerzeit beim Kreditantrag ist der Traum vom Eigenheim schnell ausgeträumt.

In Krisenzeiten dürfen Sie keine Schulden haben!

Lässt sich das nicht vermeiden, dann verzichten Sie z. B. auf die Verwirklichung Ihres Eigenheimtraumes, bis der Crash vorübergezogen ist oder aber Sie finanzieren so wenig, dass Sie in jeder Phase die monatlichen Raten bezahlen können. Alles andere kommt einem Ritt auf der Rasierklinge gleich.

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